Blindschleiche
Anguis fragilisSie sieht schlangenähnlich aus, ist aber eine beinlose Echse – mit beweglichen Augenlidern, versteckter Lebensweise und überraschenden Fähigkeiten.
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Blindschleiche verstehen
Nicht nur Steckbriefwissen: Hier geht es darum, wie Körperbau, Verhalten und Lebensraum zusammenhängen.
Keine Schlange – und keineswegs blind
Die Blindschleiche ist eine Echse, deren Beine im Verlauf der Evolution zurückgebildet wurden. Bewegliche Augenlider und der Körperbau unterscheiden sie von Schlangen. Unter den glatten Schuppen liegen kleine Knochenplättchen, die den Körper relativ steif machen. Der Name „Blindschleiche“ hat nichts mit fehlender Sehkraft zu tun; er wird auf einen alten Ausdruck für den metallisch-bleiernen Glanz des Tieres zurückgeführt.
Verstecke sind Teil des Lebensraums
Blindschleichen leben gern in einem kleinräumigen Mosaik aus Deckung, Feuchtigkeit, Sonnenplätzen und Verstecken. Lichte Wälder, Waldränder, Hecken, Brachen, Streuobstwiesen, Gärten oder Böschungen können geeignet sein. Viel Zeit verbringen die Tiere verborgen unter Totholz, Steinen, dichter Vegetation oder in Bodenhohlräumen. Gerade deshalb werden sie häufiger beim Überqueren von Wegen gesehen als an ihren eigentlichen Ruheplätzen.
Langsame Beute statt schneller Jagd
Auf dem Speiseplan stehen vor allem bodennahe, eher langsam bewegliche Wirbellose wie Regenwürmer und Nacktschnecken, außerdem Insekten, Asseln und Spinnen. Blindschleichen sind dadurch keine „Schädlingsbekämpfer“, die für uns arbeiten müssen, sondern ein natürlicher Teil des Nahrungsnetzes. Naturnahe Gärten mit Laub, Totholz, ungemähten Säumen und ohne Gifte schaffen gleichzeitig Lebensraum für Beute und Verstecke.
Der zerbrechliche Schwanz
Wie viele Eidechsen kann die Blindschleiche bei Gefahr Teile ihres Schwanzes abwerfen. Das abgetrennte Stück bewegt sich noch und kann einen Angreifer ablenken. Anders als bei vielen Vorstellungen wächst der Schwanz nicht vollständig in ursprünglicher Form nach. Blindschleichen sind lebendgebärend: Die Jungtiere kommen im Spätsommer fertig entwickelt zur Welt. Beobachten sollte man sie am Fundort – nicht hochheben oder aus Verstecken ziehen.
Weiterlesen & Quellen
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