Wendehals
Jynx torquillaEin Specht, der kaum wie einer aussieht: Der Wendehals jagt Ameisen am Boden, nutzt fertige Höhlen und zieht im Winter weit nach Süden.
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Wendehals verstehen
Nicht nur Steckbriefwissen: Hier geht es darum, wie Körperbau, Verhalten und Lebensraum zusammenhängen.
Specht ohne Trommelwirbel
Der Wendehals gehört zoologisch zur Familie der Spechte, verhält sich aber in vielem anders als Buntspecht oder Schwarzspecht. Sein Schnabel ist nicht zum Zimmern großer Baumhöhlen spezialisiert, er besitzt keinen typischen Stützschwanz und trommelt nicht. Das grau-braun marmorierte Gefieder verschmilzt dagegen so gut mit Rinde, dass ein ruhender Vogel leicht übersehen wird.
Ameisen bestimmen den Lebensraum
Wendehälse suchen viel Nahrung am Boden. Mit ihrer langen Zunge nehmen sie vor allem Ameisen und deren Larven und Puppen auf. Deshalb brauchen sie offene oder kurzrasige Flächen, auf denen Ameisennester erreichbar sind. Geeignete Lebensräume verbinden solche Nahrungsflächen mit alten Bäumen, Streuobst, Gehölzen oder Nistkästen.
Er baut seine Höhle nicht selbst
Als sekundärer Höhlenbrüter nutzt der Wendehals vorhandene Specht- und Baumhöhlen oder geeignete Nistkästen. Das macht ihn doppelt abhängig: Es müssen sowohl offene Ameisenflächen als auch Höhlen vorhanden sein. Strukturreiche Streuobstwiesen können beides verbinden und sind deshalb besonders wertvoll.
Der Name ist echtes Verhalten
Bei Bedrohung kann der Wendehals Kopf und Hals auffällig drehen, den Körper strecken und zischende Bewegungen zeigen. Dieses schlangenartige Abwehrverhalten gab ihm seinen deutschen Namen. Anders als die meisten anderen heimischen Spechte ist er außerdem ein ausgeprägter Zugvogel und überwintert weit südlich, unter anderem in Afrika.
Weiterlesen & Quellen
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