Ohrwurm
Forficula auriculariaZangen, Nachtleben und echte Brutpflege: Der Gemeine Ohrwurm ist viel faszinierender als sein alter Name vermuten lässt.
Ohrwurm hören
RSS wird geladen …
Ohrwurm verstehen
Nicht nur Steckbriefwissen: Hier geht es darum, wie Körperbau, Verhalten und Lebensraum zusammenhängen.
Die Zangen heißen Cerci
Die auffälligen Anhänge am Hinterleib dienen vor allem der Verteidigung und spielen bei der Paarung eine Rolle. Bei Männchen sind sie meist kräftiger und stärker gebogen, bei Weibchen eher schlanker. Menschen müssen sich vor ihnen nicht fürchten: Der Gemeine Ohrwurm interessiert sich weder für Ohren noch kann er uns mit seinen Zangen gefährlich verletzen.
Nachtaktiv und vielseitig
Tagsüber verstecken sich Ohrwürmer in dunklen, geschützten Bereichen – unter Laub und Rinde, in Holzspalten, unter Steinen oder in anderen engen Hohlräumen. Nachts werden sie aktiv. Sie sind Allesfresser: Neben weichen Pflanzenbestandteilen, Früchten, Pilzen oder Algen fressen sie auch kleine Insekten, Eier und Larven. Blattläuse machen sie im Garten zu auffälligen natürlichen Gegenspielern, ohne dass man sie deshalb nur als „Nützlinge“ betrachten sollte.
Eine Insektenmutter mit Kinderstube
Besonders bemerkenswert ist die Brutpflege. Weibchen graben Erdhöhlen, legen dort ihre Eier ab und bleiben beim Gelege. Fachquellen beschreiben, dass die Eier bewacht, gedreht und gereinigt werden – Verhalten, das Pilzbefall und andere Risiken vermindern kann. Auch nach dem Schlupf bleiben die jungen Nymphen zunächst in der Nähe der Mutter. Für ein Insekt ist diese intensive Fürsorge ein eindrucksvolles Gegenbeispiel zum Klischee, Insekten würden ihren Nachwuchs grundsätzlich sich selbst überlassen.
Ein Versteck ist mehr als ein Loch
Ohrwürmer reagieren empfindlich auf Austrocknung und Licht. Wer tagsüber ein Versteck anhebt, verändert deshalb kurzfristig ihr Mikroklima. Für eine gute Beobachtung reicht ein kurzer Blick; danach wird Rinde, Holz oder Stein genauso zurückgelegt wie zuvor. Noch besser ist es, künstliche Verstecke wie locker aufgehängte, mit Stroh gefüllte Tontöpfe zu beobachten, ohne Tiere darin anzufassen.
Weiterlesen & Quellen
Du möchtest mehr über dieses Tier erfahren? Hier findest du ausgewählte Lesetipps von Naturschutzorganisationen und wissenschaftlichen Einrichtungen. „Für Kinder“ führt zu Kinderangeboten, „Gut verständlich“ zu anschaulichen Erklärungen und „Fachquelle“ zu vertiefendem Artwissen oder Forschung. Allgemeine Themen, PDFs und englische Texte sind beim jeweiligen Link gekennzeichnet.
Hören und mitlesen
Weiterforschen
Schau mir beim Forschen über die Schulter
Draußen weiterforschen
Naturmission noch nicht verfügbar.
Vom Tierwissen nach draußen
Die Naturmission übersetzt das Thema in eine konkrete Beobachtungs- oder Forschungsaufgabe. Sie ist für Familien, Schule, Hort und Naturgruppen direkt einsetzbar.





