Gehörnte Mauerbiene
Osmia cornutaEine frühe Wildbiene ohne Bienenstaat: Weibchen bauen ihre Brutkammern allein und tragen Pollen wie einen farbigen Teppich unter dem Bauch.
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Gehörnte Mauerbiene verstehen
Nicht nur Steckbriefwissen: Hier geht es darum, wie Körperbau, Verhalten und Lebensraum zusammenhängen.
Solitär bedeutet nicht „einsam“
Die Gehörnte Mauerbiene bildet keinen Staat mit Königin und Arbeiterinnen. Jedes Weibchen baut und versorgt sein eigenes Nest. An guten Nistplätzen können trotzdem viele Weibchen dicht nebeneinander arbeiten. Häufig nutzen sie vorhandene Gänge und Hohlräume – in der Natur beispielsweise Fraßgänge in Totholz, im Siedlungsraum auch Mauerritzen oder geeignete Nisthilfen.
Pollen unter dem Bauch
Osmia cornuta gehört zu den Bauchsammlerinnen. Der Pollen wird nicht in typischen „Höschen“ an den Hinterbeinen getragen, sondern in einer dichten Haarbürste auf der Unterseite des Hinterleibs. Im Nest legt das Weibchen für jede Brutzelle einen Vorrat aus Pollen und Nektar an, legt ein Ei darauf und trennt die Zelle mit mineralischem Material ab. So entsteht Zelle für Zelle ein linear aufgebautes Nest.
Früh unterwegs – früh auf Blüten angewiesen
Gehörnte Mauerbienen gehören zu den auffälligen Wildbienen des zeitigen Frühjahrs. Gerade dann sind blühende Weiden, Obstgehölze und andere frühe Nahrungsquellen wichtig. Beim Blütenbesuch übertragen sie Pollen und tragen damit zur Bestäubung bei. Eine Nisthilfe allein ist daher kein vollständiger Lebensraum: Ohne ein kontinuierliches Angebot geeigneter Blüten fehlt die Nahrung.
Nisthilfen richtig beobachten
Besetzte Röhrchen lassen sich von außen hervorragend beobachten. Man kann zählen, wie oft ein Weibchen mit Pollen zurückkehrt oder aus welchem Material die Verschlüsse bestehen. Öffnen sollte man die Gänge nicht. Wichtig ist außerdem, dass künstliche Nisthilfen sauber gebohrte, glatte und nach hinten geschlossene Gänge bieten – sonst können gut gemeinte Angebote die Tiere verletzen oder ungeeignet sein.
Weiterlesen & Quellen
Du möchtest mehr über dieses Tier erfahren? Hier findest du ausgewählte Lesetipps von Naturschutzorganisationen und wissenschaftlichen Einrichtungen. „Für Kinder“ führt zu Kinderangeboten, „Gut verständlich“ zu anschaulichen Erklärungen und „Fachquelle“ zu vertiefendem Artwissen oder Forschung. Allgemeine Themen, PDFs und englische Texte sind beim jeweiligen Link gekennzeichnet.
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