Ameisenlöwe
Myrmeleon formicariusEin unscheinbarer Jäger im Sand: Der Ameisenlöwe ist die Larve einer Ameisenjungfer und baut eine präzise Fangfalle.
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Ameisenlöwe verstehen
Nicht nur Steckbriefwissen: Hier geht es darum, wie Körperbau, Verhalten und Lebensraum zusammenhängen.
Vom „Löwen“ zur Ameisenjungfer
Der Ameisenlöwe ist kein eigenes erwachsenes Tier, sondern das Larvenstadium der Gewöhnlichen Ameisenjungfer. Die Larve ist gedrungen, dicht beborstet und trägt auffällige, nach vorn gerichtete Fangzangen. Nach der Verpuppung entsteht daraus ein schlankes, vierflügeliges Insekt, das auf den ersten Blick an eine Libelle erinnert. Die keulenförmig gebogenen Fühler zeigen aber deutlich, dass Ameisenjungfern zu den Netzflüglern gehören.
Eine Falle aus rieselndem Sand
Myrmeleon formicarius lebt als Larve an trockenen, regengeschützten Stellen mit feinem, lockerem Sand. Dort gräbt sie rückwärts laufend einen trichterförmigen Fangplatz. Am Grund bleibt nur der Kopf mit den Zangen verborgen. Rutscht eine Ameise oder ein anderes kleines Insekt in den Trichter, gibt der lockere Sand unter seinen Füßen nach. Der Ameisenlöwe packt die Beute mit seinen kräftigen Mundwerkzeugen und saugt sie aus.
Ein Leben, das Geduld braucht
Die Larven können auch ungünstige Zeiten im Boden überstehen und verbringen einen großen Teil ihres Lebens an ihrem Fangplatz. Wenn die Entwicklung abgeschlossen ist, bauen sie aus Sandkörnern einen geschützten Kokon und verpuppen sich. Im Sommer schlüpft die Ameisenjungfer. Sie ist dämmerungs- und nachtaktiv und erbeutet selbst kleine Insekten im Flug; gelegentlich nutzt sie auch Pollen.
Beobachten, ohne die Falle zu zerstören
Ameisenlöwentrichter lassen sich besonders gut unter überhängenden Kanten, an trockenen Wegrändern oder unter regengeschützten Dachvorsprüngen entdecken. Ein Trichter ist kein leeres Loch, sondern der Jagdplatz eines Tieres. Deshalb genügt es, Form, Größe und Standort zu vergleichen. Sand hineinzuschütten, Beute hineinzuwerfen oder nach der Larve zu graben verändert genau die Struktur, von der sie abhängig ist.
Weiterlesen & Quellen
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